Suchtmittel Informationen


Sucht und Suchtmittel

Die Frage, warum jemand suchtkrank wird, ist nur schwer zu beantworten. Im Zeitraum der Suchtentwicklung wirken meist eine ganze Reihe von Faktoren zusammen. Die Hintergründe lassen sich nur durch die intensive Auseinandersetzung mit der konkreten Lebensgeschichte des Betroffenen begreifen.

 

Wissenschaftlich unbestritten ist mittlerweile, dass für die Entstehung der Alkoholkrankheit neben sozialen, psychischen und weltanschaulich deutbaren Teilursachen auch eine physiologische Disposition angenommen werden muss.

 

1957 definierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Sucht als Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, die durch wiederholte Zufuhr einer bestimmten Substanz hervorgerufen wird und durch vier Kriterien gekennzeichnet ist:

 

  • Unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels
  • Tendenz zur Dosissteigerung
  • Physische und psychische Abhängigkeit
  • Folgeschäden für den Konsumenten und die Gesellschaft

 

Sucht hat meist mit einem Suchtmittel zu tun. An erster Stelle sind hier zu nennen: Alkohol, Medikamente, illegale Drogen, Tabak.

 

Aber Sucht ist nicht auf den Umgang mit bestimmten Stoffen beschränkt. Jede Form menschlichen Verhaltens kann zur Sucht werden oder suchtähnliche Züge annehmen, zum Beispiel Kaufsucht, Internetsucht, Glücksspiel-Sucht, Arbeitssucht.

 

Auch Ess-Störungen (Magersucht, Adipositas etc.) weisen Suchtcharakter auf.

 

 

 

Zahlen

Alkohol

  • Zwei Millionen Menschen konsumieren Alkohol missbräuchlich
  • 1,3 Millionen Menschen sind abhängig von Alkohol

 

Medikamente

  • Rund 1,4 Millionen Menschen sind abhängig von Medikamenten mit Suchtpotenzial
  • Über eine Million Menschen sind abhängig von Beruhigungsmitteln (Benzodiazepin-Derivaten)
  • 300.000 Menschen sind abhängig von anderen Arzneimitteln

 

Illegale Drogen

  • 2,4 Millionen Menschen konsumieren Cannabis
  • 645.000 Menschen konsumieren andere illegale Drogen
  • 380.000 Menschen missbrauchen Cannabis
  • 220.000 Menschen sind abhängig von illegalen Drogen

 

Pathologisches Glücksspiel

  • Die Zahl der pathologischen Glücksspieler wird auf 220.000 Menschen geschätzt

 

Quelle: www.dhs.de (3/2008)